in Kategorie: Engagement
2025 haben wir ein neues Projekt entwickelt: Wir wollen wieder mehr in den Landkreis. Da wo wir herkommen. Seit wir die Räume in Pirna haben, sind wir ganz schön sesshaft geworden. Aber der Landkreis ist groß und braucht uns! Sagen uns jedenfalls die wenigen verbliebenen und umso mehr engagierten Ehrenamtlichen, Fachkräfte der Sozialen Arbeit und vor allem geflüchtete Menschen selbst.
Wir konzipierten ein – finden wir – wunderbares Projekt „IBZ Mobil“.
In diesem Kurzfilm erzählen wir von unseren Ideen zum Projekt
Leider konnten wir nicht genügend Fördergelder akquirieren. Der geplante Hauptfördermittelgeber lehnte uns aus formellen Gründen ab, da wir keine kommunale Stellungnahme einreichten. Die kam erst spät an und fiel dann auch negativ aus: zwar seien wir ein erfahrener und gut vernetzer Projektträger, das Konzept sei auch schlüssig, aber man wolle nicht noch ein (für den Landkreis kostenloses) Projekt für geflüchtete Menschen…das ist schade, aber wir bleiben dran. Und die Stiftungen, die uns bereits eine Förderung zugesagt haben, wollen uns auch weiterhin unterstützen.
Wir schreiben gerade viele Förderanträge, um 2027 starten zu können.
Denn aufgrund öffentlicher Kürzungen sind Fördergelder zur Zeit knapp wie nie. Die andauernde Hetze gegen asylsuchende Menschen und umfassende Abschottung Europas tun ihr Übriges. Geflüchtete Menschen interessieren nicht (mehr), sie sollen bitte einfach weg bleiben.
Wir sehen das anders! Jedes Jahr steigen die Zahlen geflüchteter Menschen. Europas Abschottung wird immer grausamer und fordert immer mehr Tote.
Wir treten für eine offene Willkommenskultur ein! Warum?
- Was bedeuten Menschenrechte in unserer Verfassung, wenn wir sie bei geflüchteten Menschen regelmäßig verletzen? Was sagt das über unsere Demokratie aus? Europa ist scheinheilig. Lasst uns werteorientiert handeln!
- Wir wollen rechte Hetze stoppen – und zwar nicht, indem wir ihr inhaltlich folgen (wie 1993 im Asylkompromiss geschehen), sondern indem wir das Gegenteil tun, was Rechte wollen. Lasst uns rechter Politik wieder effektiv etwas entgegensetzen!
- Wir wollen zukunfstsicher werden: Vielfalt ist eine Stärke und Migration kann unsere Region für die Zukunft vorbereiten und resilienter machen. Studien zeigen, dass gesellschaftliche Vielfalt die Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft erhöhen. Heterogene Gruppen bringen unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Problemlösungsansätze ein, was hilft, komplexe Krisen und unvorhersehbare Herausforderungen flexibler zu bewältigen als homogene Strukturen. Lasst uns Vielfalt selbstbewusst einfordern!
- Vielfallt stärkt genauso auch die Resilienz von ländlichen Regionen, die wir nicht vergessen wollen! Sie haben viel Potential – gerade in ihrer Unterschiedlichkeit zu Städten. Menschen können hier im Kleinen viel stärker wirken und ihr Umfeld gestalten, mehr Ruhe genießen, engere Beziehungen mit Nachbar*innen führen, unkompliziert lokale Lösungen entwickeln. Lasst uns das Hinterland feiern!
- Wir erkennen einfach die Realität an! Migration gibt es schon immer. Ihre komplette Kontrolle ist ein ideologischer Trugschluss rechter und konsverativer Politik. Lasst uns pragmatisch sein und Migration positiv mitgestalten!
Ihr könnt uns mit euren Spenden auf betterplace unterstützen: Zum Einen hilft uns natürlich Geld, aber genauso helfen viele kleine Spenden und Kommentare, um Fördermittelgebern zu zeigen: Viele Leute halten dieses Projekt für wichtig! Darum freuen wir uns über jeden Euro und jede Nachricht.
Kurze Projektbeschreibung
Nach 10 Jahren Fokus auf das Internationale Begegnungszentrum (IBZ) in Pirna, wollen wir uns wieder mehr den kleineren Orten im Landkreis zuwenden und dort mobil unterwegs sein.
Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist ein großer ländlich geprägter Flächenlandkreis mit wenig integrativen und inklusiven Angeboten. Nur wenige Menschen engagieren sich im Landkreis im Gemeinwesen, im Bereich Asyl oder in der Demokratiearbeit und Antidiskriminierungsarbeit. Viele Menschen im Landkreis haben eine rechte, rassistische und ableistische Einstellung. Vor allem junge Geflüchtete stehen oft als Bindeglieder zwischen Familie und Aufnahmegesellschaft vor großen Chancen aber auch unter großem Druck. Haupt- und ehrenamtliche Unterstützer*innen bitten uns um mehr Präsenz und Unterstützung vor Ort.
Von 2027 bis 2030 setzen wir daher im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein vierteiliges Projekt zur Stärkung junger geflüchteter Menschen mit und ohne Behinderung um. Ziel ist es, Teilhabe zu ermöglichen, Isolation zu durchbrechen, Barrieren abzubauen und ehrenamtliches Engagement nachhaltig zu fördern. Dazu fördern wir den Aufbau eines divers zusammengesetzten Netzwerkes von alten und neuen Ehrenamtlichen mit und ohne Fluchterfahrung und/oder Behinderung durch freizeitpädagogische Teambuidling- und diskriminierungskritische Weiterbildungsangebote. Gemeinsam planen wir barrierearme mobile Angebote für junge Geflüchtete und ihr Umfeld, dazu gehört Beratung (mit Partnern wie dem Sächsichen Flüchtlingsrat, Antidiskriminierungsbüro oder RAA Sachsen) und Weiterbildung aber vor allem auch gemeinsame kulturelle, sportliche oder umweltbildende Freizeitgestaltung. Wir gestalten lokale Aktionen (mit) und zeigen selbstbewusst einer oft skeptischen Bevölkerung, dass Vielfalt positiv für die Gesellschaft ist und Spaß macht. Durch eine bundesweite Vernetzung und Aufarbeitung barrierearmer Informationsmaterialien teilen wir Wissen und lernen voneinander.
