Vergangenen Sonntag wurde diskutiert, lebhaft, heiß, respektvoll, emotional, ehrlich – miteinander: Im ersten Pirnaer demoSlam – einem Dialogformat über kontroverse Themen.

7 engagierte Menschen vom Sonnenstein, die „Slammer*innen“ haben sich 2 Tage intensiv auseinander gesetzt mit Themen, über die oft gestritten wird. Das Ergebnis haben sie dann am Sonntag Nachmittag einem interessierten Publikum von etwa 20 Menschen, präsentiert.

Die Positionen waren zum Teil sehr kontrovers – trotzdem wurde viel gelacht. Die Slammer*innen haben gezeigt: Man kann sich mögen und schätzen – auch wenn man unterschiedliche Meinungen hat – wenn man respektvoll miteinander umgeht. Wie oft diskutiert man so lange und tief über Streitthemen? Meistens geht man denen ja lieber aus dem Weg und meidet Menschen mit anderen Meinungen oder Themen, wo die Meinungen kontrovers sind. Die Slammer*innen merkten, wie aufwühlend es sein kann, sich diesen Streitthemen zu stellen. „Also ich war ganz aufgewühlt, bis spät Abends kreisten mir die Gedanken zu unseren Diskussionen im Kopf herum!“ ,berichtete eine Slammerin am 2. Tag des Vorbereitungsworkshops.

In Teams erarbeiten die Slammer*innen eine Präsentation „den Slam“ für ein Publikum. Dabei prallen ganz kontroverse Meinungen, aber auch feine Unterschiede aufeinander.

Die 3 vorgestellten Slams handelten von:

  • Erziehung – sollte sie eher strenger oder eher freier sein? Die Mütter waren in allen Punkten anderer Meinung, außer in zwei: Sie wollen das beste für ihre Kinder – und sie schätzen sich gegenseitig sehr.

  • Zusammenleben auf dem Sonnenstein. Hier stellten 3 Slammerinnen multimedial ihre Erfahrungen und Wünsche für ihren Stadtteil dar. Es gibt Probleme – aber enorm viel Potential, was es braucht, ist weiter im Gespräch zu bleiben.

  • Integration: Ein Recht oder eine Pflicht? Hier stellten die Slammer ein kleines Theaterstück vor: In einer Behörde wurde exemplarisch diskutiert, wie Erfahrungen und Erwartungen aufeinander prallen, sich zu beteiligen und beteiligt zu werden.

Das Publikum diskutierte im Anschluss an die Slams ausführlich mit – nach den 3 Regeln im demoSlam:

  • Es gibt keine Expert*innen“ – wir sprechen über unsere individuellen Erfahrungen

  • alle Meinungen im Rahmen des Grundgesetzes sind willkommen“

  • und: „verstehen heißt gleich nicht einverstanden sein“.

So entstand ein einfühlsamer und offener Raum, sich auszutauschen. Toll, dass es so etwas gibt“, sagte ein Besucher, „wann ist das wieder? Dann komme ich nochmal!“

Der demoSlam fand zum ersten Mal im Pirna statt, im Rahmen des Projektes Sonnenstein für Alle (SofA) der AG Asylsuchenden SOE e.V., gefördert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Programm Gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Wir freuen uns auch, dass wir damit unser Netzwerk auf dem Sonnenstein, die Sonnigen Aussichten, stärken konnten. Diese intensive Austausch war wichtig für unsere weitere Zusammenarbeit im Stadtteil. Denn wir haben noch richtig viel vor. Vor allem aber: Miteinander im Gespräch zu bleiben“, freut sich Christina Riebesecker, Projektmitarbeiterin bei SofA. „Und wir bleiben mit Dr. Evgeniya Sayko, der Erfinderin demoSlam, Mitgründerin und Geschäftsführerin MAGNET - Werkstatt für Verständigung, in Kontakt, damit das nicht der letzte demSlam in Pirna bleibt“.

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