Wir sind entsetzt und wir sind wütend und wir machen das nicht mehr mit!
Wir werden nicht weiter zusehen, wie Menschen aus ihrem Leben hier gerissen werden!
Wir wollen nicht mehr erschütterte Freund*innen und Unterstützer*innen trösten müssen!
Wir wollen uns nicht mehr von liebgewonnen Menschen trennen müssen!
Wir akzeptieren nicht länger den Abschiebewahn in Sachsen!
Ihr vegesst: Das sind Menschen! Es geht hier um blanke Zahlen, die hochgetrieben werden müssen, irgendein Volks-Tier muss gefüttert werden. Wen schiebt man leicht ab? Ja genau: Familien mit kleinen Kindern, arbeitende und lernende Menschen, die man zuhause, in der Schule und auf der Arbeit gut abfangen und verschleppen kann.
Das nennt ihr den Rechtsstaat durchsetzen?! Wenn das recht sein soll, dann muss es eben geändert werden!
Bisher sind die Tränen und die unterdrückten Wut-Schreie der Freund*innen und Unterstützer*innen leiser als der Pegida-Pöbel, aber nicht mehr lange!
Gestern wurde eine georgische Familie abgeschoben, wir wollten uns noch am Nachmittag treffen.*
Wir machen uns solche Sorgen um sie, die Mutter ist schwerkrank, die Kinder so klein, ihr Zuhause war hier bei uns.
Vor zwei Monaten wurde eine weitere befreundete Familie getrennt, sie verlies sich auf falsche Versprechungen von Behörden.**
Das sind nur die letzten zwei Fälle, bei denen die Betroffenen uns nahe standen. Es gibt noch Hunderte mehr und es sind Hunderte zu viele.
Ach, ihr wollt abgelehnte Asylsuchende abschieben und Fachkräfte ins Land holen?
Ihr vegesst: Das sind Menschen! Das hier ist kein Verschiebebahnhof! Hier geht es um unser aller Zuhause, um unser Leben, das wir mit unseren Freund*innen/Nachbar*innen/Kolleg*innen teilen. Ihr überschreitet hier euren Kompetenzbereich!
Checkt mal die Wertehierarchie:
"wichtige Steuerungsfunktion des regulären Visumsverfahrens" <-->  "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."
 
Nein, wir machen das nicht mehr mit!
 
* PM SFR 10.09.2019
** Gemeinsame PM 11.07.; Kleine Anfrage und Kommentar zur Kl. Anfrage: Die Zusicherung sei nicht rechtlich bindend, außerdem hätte im September eine andere Sachlage vorgelegen. Damals war der Ehemann von Abschiebung bedroht wegen eines laufenden Dublinverfahren sollte er nach Frankreich überstellt werden, die Mutter und die Kinder befanden sich damals noch im Asylverfahren. Im Juli 2019 dagegen war das Dublinverfahren des Vaters bereits beendet, er war im Asylverfahren, doch die Mutter und die Kinder bereits abgelehnt. Also ja, es gab ein anderes asylrechtlich Verfahren, die entscheidende Sachlage: Da ist eine Familie, bitte trennt sie nicht durch Abschiebung, ist doch aber die gleiche. Die Staatsregierung meint, eine Familientrennung, die nur vorübergehend ist, sei ja zu verkraften. Sie ist aber nur vorübergehend, wenn der Vater seinen Asylantrag zurücknimmt und hinterher reist. Das hat er auch getan, er hat damit die Chance auf ein geschütztes Leben aufgegeben, um so schnell wie möglich bei seiner Familie zu sein. Die Familie befindet sich nun höchstwahrscheinlich nun in derselben Gefahr, vor der zuerst die Mutter und die Kinder und dann der Familienvater geflohen sind. Wir haben aktuell leider keinen Kontakt zu ihr.